Geschichte
Die Anfangszeiten des Imkervereins Fließ liegen im Dunkeln, da nur sehr spärliche Aufzeichnungen vorhanden sind. Josef Schweinester, Schriftführer des Landesverbandes für Bienenzucht in Tirol (1920 - 1936), erwähnt in seinem Buch "Die Geschichte der Bienenzucht in Tirol", dass der Zweigverein Fließ 1926 gegründet wurde. Aus einem Protokoll aus dem Jahre 1927 geht hervor, dass der erste Obmann J. Wille war.
Unterlagen über den Vereinsvorstand, Mitglieder- und Völkerzahlen des Zweigvereins Fließ scheinen beim Landesverband für Bienenzucht in Tirol erst ab 1939 auf. Juen Josef (Obmann), Ludwig Jäger (1. Beisitzer) und Ferdinand Grün (2. Beisitzer) werden 1939 als Gründungsmitglieder genannt. Der Verein hatte 10 Mitglieder die 111 Bienenvölker betreuten. Es steht fest, dass bereits im 19. Jahrhundert ohne vereinsmäßigen Zusammenschluss imkerlich gearbeitet wurde. So hat Josef Juen, späterer Imkerobmann, bereits 1901 einen Imkerkurs in Pians besucht. Während damals das Imkern mit Körben üblich war, stiegen bereits einige Imker, darunter auch Juen Josef, auf die sogenannten Hinterbehandler. Üblich waren das Wiener Vereinsmaß, das Freudensteiner und Lüftenegger-Maß.
Während des Krieges hatten die Imker Honig und Wachs abzuliefern, sonst drohte die Beschlagnahme der Völker. Der Wert von 1 kg Honig wurde dem von 1 kg Butter gleichgesetzt. Mit dem Zusammenbruch des Hitlerregimes wurden sämtliche Vereine aufgelöst, darunter auch der Imkerverein Fließ. 1949 beantragten Anton Juen und Alois Jäger als Proponenten die Wiedergründung des Vereins mit 13 Mitgliedern. Anfang der 60iger Jahre kam es auf Landesebene zu einem Konflikt zwischen den Imkern. Der Tiroler Imkerverein spaltete sich vom Tiroler Landesverband ab und trat dem Salzburger Landesverband bei. Zahlreiche Imker aus Fließ wurden Mitglied dieses Vereins, sodass der Zweigverein Fließ von 15 Mitgliedern im Jahre 1959 auf 5 Mitglieder im Jahre 1960 schrumpfte. Derzeit sind 32 Imker beim Zweigverein Fließ gemeldet, die an die 200 Bienenvölker betreuen.
Die Imker der Ortsteile Eichholz und Nesselgarten sind traditionell Mitglieder des Landecker Imkervereins, wobei in Schweinesters "Die Geschichte der Bienenzucht in Tirol" Eichholz als eigener Zweigverein mit Gründungsjahr 1927 aufscheint. Die Imker der Fraktion Piller sind beim Verein Wenns gemeldet. Während der Nachkriegsjahre lag der Hauptzweck des Vereins in der Organisation einer gemeinsamen Zuckerbestellung und dem imkerlichen Gedankenaustausch. Heute stehen die Bekämpfung verschiedener Krankheiten und Parasiten, wie der Varroamilbe, und die Fortbildung der Imker im Vordergrund. Ebenso gilt es Jungimker heranzubilden.
(Vereinsmitglieder im Jahr 2004)